Sanierung im Private Equity Umfeld

Was war die Ausgangssituation des Unternehmens?

Das Unternehmen aus der Electronic Manufacturing Branche befand sich seit mehreren Jahren in einer wirtschaftlichen Abwärtssituation. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde es zuletzt von einem Private-Equity-Investor übernommen.

Die wirtschaftliche Lage machte deutlich, dass eine umfassende Sanierung und Restrukturierung notwendig war. In diesem Kontext wurde ein HR Interim Manager (Leiter Human Resources) eingesetzt, um kurzfristig tragfähige Lösungen im Personalbereich zu entwickeln und umzusetzen.

Welche konkreten Herausforderungen gab es im Rahmen der Aufgabenstellung?

Die zentrale Herausforderung bestand darin, ein tragfähiges Personalabbau- und Restrukturierungskonzept zu entwickeln und umzusetzen.

Wesentliche Anforderungen waren:

•Entwicklung eines Sanierungsszenarios im Personalbereich

•Sicherstellung der sozialverträglichen Umsetzung

•Enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat

•Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben, insbesondere im Kontext von Interessenausgleichen und Sozialplänen

Zusätzlich wurde schnell klar, dass ein reines Stand-alone-Szenario nicht ausreichen würde. Stattdessen musste parallel die Perspektive eines neuen Investors berücksichtigt werden.

Wie wurde das Projekt im Detail umgesetzt?

Im Rahmen der Projektbeschreibung übernahm das Steuerungsteam – bestehend aus Geschäftsführung, Finance & Controlling sowie Human Resources – die operative Umsetzung der Maßnahmen.

Die wichtigsten Schritte:

•Analyse der bestehenden Organisationsstruktur und Personalkosten

•Durchführung mehrerer Abbaurunden

•Entwicklung effizienterer Prozessstrukturen

•Erstellung eines Zielbilds für Organisation und Kostenstruktur

•Berücksichtigung sowohl personeller als auch finanzieller Einsparpotenziale

Ein besonderer Fokus lag auf der Balance zwischen wirtschaftlicher Effizienz und arbeitsrechtlicher Sicherheit.

Welche Ergebnisse wurden durch die Restrukturierung erzielt?

Die umgesetzten Maßnahmen führten zu klar messbaren Erfolgen im Sinne der Investorenanforderungen:

Verschlankung der Organisationsstruktur um 50% auf rund 170 FTE

•Abschluss eines Interessenausgleichs mit Namensliste und Sozialplan

•Gründung einer Transfergesellschaft (ca. 111 Mitarbeiter)
→ Reduzierung des Risikos von Kündigungsschutzklagen auf unter 1 %

•Umsetzung eines freiwilligen Gehaltsverzichts um durchschnittlich 25%
→ Unterschriftenquote von 94 %

•Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)
zur Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten unter 10 %

Diese Ergebnisse zeigen eine erfolgreiche Kombination aus HR-Transformation, Kostenoptimierung und Risikominimierung.

Welche strategischen Erkenntnisse lassen sich aus dem Projekt ableiten?

Das Projekt verdeutlicht zentrale Erfolgsfaktoren für Restrukturierungen im Private-Equity-Umfeld:

Frühe Einbindung aller Stakeholder, insbesondere Betriebsrat und Management

•Kombination aus operativer Umsetzung und strategischer Investorensicht

•Nutzung von Instrumenten wie Transfergesellschaften zur Risikominimierung

•Individuelle Lösungen bei komplexen tariflichen Rahmenbedingungen

•Fokus auf nachhaltige Organisationsentwicklung, nicht nur kurzfristigen Personalabbau

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist zudem die Erkenntnis, dass eine nachhaltige Lösung nur mit einem neuen Investor realisierbar ist.

FAQHäufig gestellte Fragen

Ein Interim HR Manager übernimmt kurzfristig Verantwortung für kritische Transformationsprozesse. Er bringt Erfahrung in Restrukturierung, Arbeitsrecht und Change Management mit und sorgt für eine schnelle, professionelle Umsetzung.

Transfergesellschaften bieten eine sozialverträgliche Lösung für Personalabbau, da sie Mitarbeitenden eine Perspektive geben und gleichzeitig das rechtliche Risiko für das Unternehmen reduzieren.

Entscheidend sind:

•Klare Kosten- und Effizienzziele

•Schnelle Umsetzung

•Enge Abstimmung mit Investoren

•Professionelles Stakeholder-Management

•Nachhaltige Organisationsentwicklung

Die Projektleiterin