Turnaround im HR-Bereich

Was war die Ausgangssituation des Projekts im HR-Bereich?

Ein mittelständisches IT-Unternehmen (KMU), organisiert als eigenständige GmbH und 100%ige Tochter einer Stadt, stand vor einer umfassenden Transformation. Das Unternehmen verantwortete sämtliche IT-Dienstleistungen – von Hardware über Software bis hin zur IT-Architektur – für die Stadt.

Im Vorfeld wurde ein neuer Geschäftsführer eingesetzt, mit klarem Mandat zur strategischen Neuausrichtung und Effizienzsteigerung. Schnell wurde deutlich, dass insbesondere der Human-Resources-Bereich (HR) strukturelle Defizite aufwies: Es existierten keine klar definierten Zuständigkeiten, keine standardisierten HR-Prozesse und keine zentrale Steuerung.

Die Position der Leitung Human Resources wurde neu geschaffen, um die HR-Transformation operativ und strategisch voranzutreiben.

Welche Ziele wurden mit der HR-Transformation verfolgt?

Ziel des Projekts war eine ganzheitliche Analyse und Optimierung aller HR-Prozesse mit Fokus auf:

Rechtssicherheit (Compliance, Arbeitsrecht, Governance)

Effizienzsteigerung (inkl. Kostenoptimierung)

Praxistauglichkeit für ein mittelständisches IT-Unternehmen

Zusätzlich umfasste das Mandat:

•Übernahme von Führungsverantwortung für zwei Mitarbeitende

•Durchführung einer Leistungs- und Potenzialanalyse des HR-Teams und für Schlüsselpositionen im Unternehmen

•Entwicklung einer strategischen Handlungsempfehlung für die Geschäftsführung

•Sicherstellung des operativen Tagesgeschäfts im HR-Bereich

Damit verband sich ein klassischer HR Turnaround mit Transformationscharakter, der sowohl strategische als auch operative Elemente beinhaltete.

Wie wurde die HR-Prozessanalyse und Umsetzung konkret durchgeführt?

Die Vorgehensweise folgte einem strukturierten Transformationsansatz:

Analysephase

•Aufnahme und Bewertung bestehender HR-Prozesse

•Identifikation von Schwachstellen in Governance, Effizienz und Transparenz

•Prüfung rechtlicher Risiken (z. B. Arbeitszeitregelungen, Dokumentation)

Konzeptionsphase

•Entwicklung von HR-Governance-Strukturen

•Definition klarer Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege

•Erstellung von unternehmensweiten Richtlinien

Umsetzungsphase

•Einführung neuer Prozesse und Systeme

•Begleitung von Change-Management-Maßnahmen

•Integration in das operative Tagesgeschäft

Parallel dazu wurde die Führung der HR-Mitarbeitenden übernommen und deren Entwicklung aktiv gesteuert.

Welche konkreten Ergebnisse wurden im HR-Bereich erzielt?

Die HR-Transformation führte zu klar strukturierten und nachhaltigen Verbesserungen:

HR Governance: Einführung unternehmensweiter Richtlinien zu Verantwortlichkeiten, Vollmachten sowie zentralen Themen wie Arbeitszeit, Urlaub, Rufbereitschaft und mobiles Arbeiten

Kostenmanagement: Aufbau einer systematischen HR-Budgetierung und Controlling-Strukturen für Personalplanung und Gehälter

Digitalisierung: Auswahl und Implementierung eines HR-Informationssystems mit Fokus auf Gehaltsabrechnung

Führung & Entwicklung: Einführung eines Systems für Skill-, Potenzialmanagement und Nachfolgeplanung

Health Management: Implementierung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) gemäß §167 SGB IX

Talent Management: Aufbau einer betrieblichen Ausbildung für IT-Fachinformatiker

Diese Maßnahmen stärkten die Effizienz, Transparenz und Zukunftsfähigkeit des HR-Bereichs deutlich.

Welche strategischen Mehrwerte ergaben sich für das Unternehmen?

Durch die HR-Transformation konnte das Unternehmen zentrale Wettbewerbsvorteile realisieren:

Erhöhte Rechtssicherheit durch klare Richtlinien und Governance-Strukturen

Effizienzsteigerung durch standardisierte Prozesse und Digitalisierung

Transparenz in HR-Entscheidungen durch Controlling und klare Verantwortlichkeiten

Stärkung der Arbeitgebermarke durch strukturierte Personalentwicklung und Ausbildung

Zukunftsfähigkeit durch nachhaltige HR-Strategie und moderne Systeme

Insgesamt wurde der HR-Bereich von einer operativ schwachen Funktion zu einem strategischen Steuerungsinstrument entwickelt.

FAQHäufig gestellte Fragen

Eine HR-Transformation beschreibt die grundlegende Neuausrichtung des Personalbereichs. Im Mittelstand umfasst dies meist die Einführung strukturierter Prozesse, Digitalisierung (z. B. HR-Software), klare Governance sowie die strategische Einbindung von HR in die Unternehmensführung.

Eine systematische HR-Prozessanalyse identifiziert Ineffizienzen, reduziert rechtliche Risiken und schafft die Grundlage für skalierbare Strukturen – besonders wichtig für IT-Unternehmen mit wachsender Komplexität und Fachkräftemangel.

Ein HRIS lohnt sich, sobald manuelle Prozesse zu ineffizient werden oder Transparenz fehlt. Besonders bei Themen wie Gehaltsabrechnung, Personalverwaltung und Reporting bietet ein HR-System erhebliche Zeit- und Kostenvorteile.

Die Projektleiterin