Restrukturierung und Transformation eines führenden papierverarbeitenden Produzenten

Wie konnte ein papierverarbeitender Produzent kurz vor der Insolvenz erfolgreich restrukturiert werden?
Ein führender Produzent in der papierverarbeitenden Industrie befand sich in einer kritischen Unternehmenssituation. Das Unternehmen war von festgefahrenen Strukturen, unklaren Verantwortlichkeiten und einer starken Trennung zwischen Verwaltung und Produktion geprägt. Lieferprobleme, unprofitable Sonderanfertigungen sowie eine sinkende Kundenzufriedenheit belasteten die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich.
Im Rahmen eines Interim-Management-Mandats übernahm Harold J. Rubrech als Interim CEO die Verantwortung für die umfassende Restrukturierung und Transformation des Unternehmens. Ziel war es, die wirtschaftliche Stabilität wiederherzustellen, die Organisation zukunftsfähig aufzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit in einem hochkompetitiven Marktumfeld – insbesondere gegenüber internationalen Wettbewerbern aus China, Osteuropa, Indien und Brasilien – nachhaltig zu stärken.
Bereits innerhalb von zwölf Monaten gelang die vollständige Stabilisierung des Unternehmens. Gleichzeitig wurde die Grundlage für langfristiges Wachstum und eine deutlich höhere Profitabilität geschaffen.

Welche Ziele verfolgte die Restrukturierung und Transformation des Unternehmens?
Das Mandat des Interim CEOs umfasste die gleichzeitige Stabilisierung und Neuausrichtung des gesamten Unternehmens innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums. Im Mittelpunkt standen die nachhaltige Umsatzsteigerung, die Rückkehr zu positiver Profitabilität sowie die Zukunftssicherung des Geschäftsmodells.
Zu den zentralen Zielsetzungen gehörten:
- Wiederherstellung eines positiven EBIT
- Steigerung von Umsatz, Cashflow und Liquidität
- Neuaufstellung von Vertrieb und Einkauf
- Schärfung und Operationalisierung der Unternehmensstrategie
- Optimierung von Kunden-, Vertriebs-, Einkaufs-, Produktions- und Logistikprozessen
- Digitalisierung der Wertschöpfungskette
- Einführung moderner CRM- und ERP-Strukturen
- Integration erster KI-gestützter Automatisierungslösungen
- Auflösung von Silostrukturen und Förderung einer leistungsorientierten Unternehmenskultur
Darüber hinaus sollten Kundenorientierung, Qualitätsmanagement und ESG-relevante Prozesse nachhaltig gestärkt werden.

Welche Maßnahmen wurden zur Restrukturierung und Digitalisierung umgesetzt?
Der Transformationsprozess begann mit einer umfassenden Analyse von Strategie, Organisation, Kundenstruktur, Produktportfolio, Vertrieb, Einkauf, Prozessen und IT. Auf dieser Basis wurde ein klar priorisierter Maßnahmenplan entwickelt.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten:
Organisatorische Neuausrichtung
- Neuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten
- Einführung von Shopfloor-Management und KPI-Systemen
- Verbesserung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit
Prozess- und Digitalisierungsinitiativen
- Optimierung der Prozesse zwischen Vertrieb, Einkauf, Logistik, Arbeitsvorbereitung und Produktion
- Neugestaltung der ERP-Prozesslandschaft
- Einführung eines modernen CRM-Modells
- Professionalisierung des Controllings durch Business Intelligence
- Einsatz erster KI-gestützter Automatisierungen
- Outsourcing der IT
Markt- und Kundenorientierung
- Einführung von Key Account Management
- Ausbau der Internationalisierung
- Regelmäßige Kundenzufriedenheitsmessungen
- Aufbau eines modernen B2B-Marketings inklusive PIM-System
Durch die Kombination aus Prozessoptimierung, Digitalisierung und organisatorischer Neuausrichtung wurde die Grundlage für nachhaltiges Wachstum geschaffen.

Wie wurde der kulturelle Wandel und die Transformation der Organisation erreicht?
Neben den operativen und strategischen Veränderungen war der kulturelle Wandel ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Organisation war über Jahre von Veränderungsresistenz, Silodenken und fehlender Zusammenarbeit geprägt. Verwaltung und Produktion arbeiteten häufig gegeneinander statt miteinander.
Durch intensive Kommunikation, transparente Zielbilder und die konsequente Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitenden wurde Vertrauen aufgebaut und eine neue Form der Zusammenarbeit etabliert.
Wichtige Elemente der Transformation waren:
- Übertragung klarer Verantwortlichkeiten
- Einführung messbarer Leistungskennzahlen
- Sichtbarmachung von Erfolgen
- Förderung cross-funktionaler Zusammenarbeit
- Aufbau einer lernenden Organisation
- Entwicklung einer modernen Unternehmenspositionierung
- Stärkung von Qualitätsmanagement und ESG-Bewusstsein
Dadurch entstand schrittweise eine Kultur, die Veränderung als Chance versteht und Kundenorientierung konsequent in den Mittelpunkt stellt.
Welche Ergebnisse wurden durch die Restrukturierung erzielt?
Bereits innerhalb von zwölf Monaten konnten deutliche wirtschaftliche und organisatorische Verbesserungen erreicht werden.
Finanzielle Erfolge
- ROI von 18,67 auf Basis der Umsatzentwicklung
- Vollständige Eliminierung der Verluste
- Signifikante Verbesserung von Cashflow und Liquidität
- EBIT-Marge wieder über 10 %
- Nahezu Verdopplung des Umsatzes
- Reduzierung der Personalkosten um rund 10 %
Markt- und Organisationserfolge
- Kundenzufriedenheit von über 96 %
- Deutlich höhere Lieferzuverlässigkeit
- Gewinn neuer Kunden und Ausbau von Key Accounts
- Digitalisierung zentraler Geschäftsprozesse
- Bereinigung des Produktportfolios und Einführung neuer Produkte
- Integration von ESG-Anforderungen sowie Professionalisierung von Marketing und Kommunikation
Das Unternehmen wurde erfolgreich stabilisiert, modernisiert und strategisch neu ausgerichtet. Die Kombination aus Restrukturierung, Digitalisierung und kulturellem Wandel schuf die Grundlage für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und zukünftiges Wachstum.
FAQHäufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren einer erfolgreichen Restrukturierung?
Erfolgreiche Restrukturierungen basieren auf einer fundierten Analyse, klaren Verantwortlichkeiten, konsequenter Umsetzung sowie der aktiven Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitenden. Transparente Kennzahlen und eine klare Strategie sind dabei entscheidend.
Welche Rolle spielt Digitalisierung bei Transformationsprojekten in der Industrie?
Digitalisierung schafft Transparenz, erhöht die Prozesseffizienz und verbessert die Entscheidungsqualität. Moderne ERP-, CRM- und BI-Systeme sowie KI-gestützte Automatisierungen unterstützen Unternehmen dabei, Wettbewerbsvorteile nachhaltig auszubauen.
Wann sollte ein Unternehmen einen Interim CEO oder Interim Manager einsetzen?
Ein Interim CEO ist besonders sinnvoll bei Restrukturierungen, Turnaround-Situationen, Transformationsprojekten, Nachfolgeregelungen oder in Krisensituationen. Er bringt kurzfristig Führungskompetenz, Erfahrung und Umsetzungsstärke in kritischen Unternehmensphasen ein.
