Von Dipl.-Ing. (FH) Wilhelm Dahm / Partner

Ist der Schuldenschnitt zu radikal oder eine Möglichkeit kleinere Unternehmen zu sanieren?

Die neue Gesetzgebung, insbesondere nach der Reformation des Insolvenzrechtes, in Verbindung mit der Einführung des StaRUGs seit dem 01.01.21, bietet einige Möglichkeiten Unternehmen zu sanieren.

Es gibt allerdings auch gewisse Einschränkungen diese Verfahren anzuwenden. Beispielsweise ist das StaRUg nur dann anwendbar, wenn die Unternehmensstruktur an sich gesund ist, denn es dürfen keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen durchgeführt werden.

Der klassische Fall für eine StaRUG Anwendung wäre ein Unternehmen, das sich mit einer Investition verkalkuliert hat und die daraus entstehenden Verpflichtungen das Unternehmen zu erdrücken drohen. Man kann dann ausschließlich mit dem Gläubiger, im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens und außerhalb der Öffentlichkeit, eine Lösung finden die Last zu reduzieren und somit die Bremse zum Erfolg des Unternehmens lösen.

Aber das ist selbstverständlich mit Kosten verbunden, unter anderem für die Restrukturierungsberatung, die gerichtlichen Kosten und dem hohen administrativen Aufwand. Daher kommen solche Verfahren leider nur für KMU’s in Betracht, die eine gewisse Umsatzschwelle übersteigen.

Aber was ist mit Unternehmen, die beispielsweise unter 5 Mio. € Umsatz liegen?

Wie können diese Unternehmen sich aus der Misere zu befreien, die von der Gesellschaft nicht ignoriert werden dürfen? Laut Statista aus dem Jahr 2019 handelt es sich um etwa 3,3 Millionen Unternehmen in Deutschland. Sie stellen damit eine stabile Grundlage der Deutschen Wirtschaft dar und sollten daher gewürdigt werden.

Hier bietet sich die Möglichkeit eines Schuldenschnitts an.

Die Vorteile eines Schuldenschnitts

Bei diesem Verfahren wird, ähnlich einer Sanierung mittels Insolvenz, den Gläubigern vor Augen geführt, welche Quote sie erhalten würden, sollte das Unternehmen in eine Insolvenz rutschten und wegen fehlender Masse liquidiert werden. Die Quoten bewegen sich in diesem Fall oft im einstelligen Prozentbereich. Wenn aber die Gläubiger zu einem Schuldenschnitt bereit sind, so würden die Quoten signifikant steigen.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass sie diesen Kunden nicht verlieren und somit zusätzlich von dem Erhalt des Unternehmens profitieren. Der Schuldenschnitt ist somit ein kostengünstiges Verfahren.

Selbstverständlich gibt es auch einen Wermutstropfen

Der größte Nachteil des Schuldenschnitts ist, dass nicht alle Gläubiger einbezogen werden können. Kreditinstitute, Kassen oder Finanzämter müssen gensondert betrachtet werden, da sie ihre Forderung bereits gesichert haben. Aber ein geschicktes Verhandeln unter Klarstellung aller Alternativen könnte auch solche Institutionen dazu bewegen hier unbürokratisch den Prozess zu unterstützen.

Einfach gesagt, aber schwierig durchzuführen. Hierzu bedarf es eines erfahrenen Sanierers, der das Lied der geschickten Verhandlungen spielen kann und dadurch den Erfolg sichert.

Die F&P AG hat sich solchen Themen angenommen.

Sie steht mit einem Team von Experten bereit, den Schuldenschnittprozess zu begleiten und nach Erfolg auch die möglichen Restrukturierungsarbeiten des Unternehmens in vielen Bereichen zu unterstützen und damit die Nachhaltigkeit des Fortbestehens zu sichern.

Erfahren Sie mehr zu unseren Restrukturierungs- & Sanierungsexperten hier.

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